Samsung N140 Netbook Testbericht

Ich war jetzt schon länger auf der Suche nach einem Netbook das ich mit zur Uni nehmen kann. Letztendlich habe ich mich für das Samsung N140 entschieden da es mit 5-9 Stunden die Längste Akkulaufzeit bietet die derzeit auf dem Markt erhältlich ist. Da ich das Gerät schon 2 Wochen im Dualboot mit Windows und Linux im Einsatz habe veröffentliche ich hier einfach mal einen kurzen Testbericht:

Technische Daten:

Prozessor: Intel Atom, N270 1.6 Ghz, 533 Mhz-FSB, 512 Kb Cache,
Ram 1024MB
PC2-6400 (8oo MHz), DDR2 SODIMM
Display 10.1 Zoll Matt (LED Backlight)
1024×600 Pixel Auflösung
Grafik Intel GMA 950
Festplatte 160 GB Sata 5400 U./Min
Netzwerk 10/100 Ethernet UTP
Wlan Atheros 802.11 b/g/n, Bluetooth 2.1 + EDR
Akku 6 Zellen Smart-Li-Ionen 57,2 W
Laufzeit 5-9 Stunden (Abhängig von Auslastung)
Ladezeit 3 Stunden
Gewicht 1270 g

Tastatur: Beim N140 wird im Gegensatz zu manch anderem Netbook eine normale Notebook Tastatur verbaut so das selbst das schreiben von größeren Texten kein Problem darstellt. Lediglich die Oberste Tasenreihe(F1,F2 etc) wurde stark verkleinert was jedoch nicht sonderlich stört da man diese Tasten ohnehin nur selten benötigt.

Display: Das verwendete 10.1 Zoll Display ist für den mobilen Einsatz sehr gut geeignet da im N140 ein mattes Display zum Einsatz kommt. Es treten also überhaupt keine störenden Spiegelungen auf.
Lediglich beim Arbeiten in der prallen Sonne kann sich die niedrigere Leuchtkraft bemerkbar machen. Solange die Sonne jedoch nicht direkt auf das Display scheint lässt es sich trotzdem noch gut verwenden.
Allerdings sind 10 Zoll schon recht klein, besonders hat hier gestört das das vorinstallierte XP nicht wirklich für solch kleine Displays angepasst ist. Aber da lässt sich zum Glück relativ einfach Abhilfe schaffen, mehr dazu weiter unten.

Akku: Die Akkulaufzeit ist wohl das überzeugenste Argument für das N140. Unter normaler Auslastung, also surfen, schreiben Musik hören etc sind Laufzeiten von 7-8 Stunden durchaus drinnen. Man kann das Netbook also fast einen ganzen Arbeitstag in Betrieb haben und es läuft immer noch. Anderen Testberichten zufolge soll der Akku sogar 4-5 Stundenlang durchhalten wenn ein Xvid Film abgespielt wird. Das ist insofern beachtlich als das andere Netbooks selbst im Energiesparmudos nur selten länger als 5 Stunden im Akkubetrieb laufen können. Somit eignet sich das Gerät perfekt für Leute die viel unterwegs sind oder für den Einsatz in der Uni wenn man dort keinen externen Stromanschluss zur Verfügung hat.

Touchpad: Das Touchpad ist etwas klein geraten so das man etwas Übung benötig um damit zurecht zu kommen. Allerdings kann man Samsung diesbezüglich keine Vorwürfe machen da das Netbook auch aufgrund der größeren Tastatur einfach nicht mehr Platz für ein größeres Touchpad bietet.

Performance: Sowohl der 1.6 Ghz Atom Prozessor als auch die integrierte Intel Grafikkarte sind nicht für Spiele oder Anwendungen geeignet die sehr viel Resourcen benötigen. Die Standard Anwendungen wie Office, Browser etc laufen jedoch ohne jegliche Verzögerung. Auch Bildbearbeitungsprogramme wie Gimp oder Photoshop liefen bei mir selbst bei großen Bildateien ohne große Verzögerung. Allerdings mach Bildbeareitung bei dem kleinen Bildshirm keinen Sinn aber dafür kann man ja über den vorhandenen VGA Anschluss einen größeren Monitor anschließen.
Für diejenigen die es gewohnt sind immer viele Programme gleichzeitig offen zu haben könnte es sich lohnen auf 2 GB Aufzurüsten. Ansonsten ist der Rechner leistungsstarkt genug um vernünftig damit arbeiten zu können.

Software: Standardmäßig wird auf dem Gerät ein Windows XP vorinstalliert das mit jedermenge eingeschränkter Trialsoftware daherkommt die man erstmal runterschmeißen muss.
Ein echter Nachteil an Windows XP ist jedoch das das Betriebssystem an sich mitlerweile veraltet und nicht wirklich auf die Bedürfnisse eines Netbooks angepasst ist. Sowohl beim Startmenü als auch bei allen anderen Menüs/Systemverwaltung werden die Standard XP Einstellungen verwendet die dann jedoch auf solch einem kleinen Display nicht mehr so intuitiv zu bedienen sind.

Ubuntu Installation:

Mitunter aus diesem Grund habe ich mich dazu entschieden das Ubuntu Netbookremix v9.10 auf dem Gerät zu installieren.
Da die Maschine über kein CD Laufwerk verfügt lässt sich das neue Betriebssystem nur über den USB Stick installieren. Dazu muss man ersteinmal das CD Image des Netbook remixes mit Hilfe des tool “Image Writer” auf den USB Stick entpacken. ihr könnt das Programm hier downloaden:

https://launchpad.net/win32-image-writer/+download

Danach bootet das Gerät problemlos von dem USB Datenträger und die Installation läuft wie gewohnt ab.

Glücklicherweise hat Linux sofort alle Hardware automatisch erkannt so das die manuelle Installation von Treibern nicht mehr notwendig ist. Wlan und Webcam sind sofort Betriebsbereit und funktionieren problemlos, auch die Bluetooth Hardware wird anscheinend out of the Box erkannt und unterstützt. Die 3D Grafik ist auch sofort verfügbar da Intel seine Treiber bereits als Open Source freigegeben hat und diese mit jeder aktuellen Distribution mitgeliefert werden ist auch hier keine weitere Installation erforderlich.
Auch die Akkulaufzeit ist unter Linux genauso hoch wie unter Windows, dies ist in sofern eine Überraschung da mein altes Notebook mit Linux fast 40 Minuten kürzer lief als unter Windows.
Somit ist das Gerät auch für Linuxnutzer geeignet da die Hardware vollständig erkannt und unterstützt wird.

Im Gegensatz zu WIndows XP oder der Standarddistribution von Ubuntu ist das Netbookremix hervorragend auf den Einsatz auf Netbook optimiert. Die Grafische Oberfläche wurde überarbeitet und bietet eine neue Menüstruktur die sich auf dem kleinen 10.1er Display gut nutzen lässt.
Sämtliche Programme und einstellungen sind so mit 2 Klicks zu erreichen. Vor allem wenn man mit dem winzigen Touchpad arbeitet ist das sehr praktisch da man so nicht dauernd Danebenklickt wie dies bei einer nicht angepassten Oberfläche der Fall ist.

Fazit:

Das Samsung N140 ist mit c.a 350 Euro zwar ein gutes Stück teurer als andere Netbooks leistet dafür aber auch mehr als andere Geräte. Vor allem die lange Akkulaufzeit und das Matte nicht spiegelnde Display sorgen dafür das das Mininotebook den Preis wirklich wert ist.
Für diejenigen die viel unterwegs sind und keinen Zugang zu einem externen Stromanschluss haben zahlt sich das aus. So muss man sich auch auf einer Langen Zugfahrt oder einem Flug keine Gedanken um die Laufzeit machen und kann entspannt Arbeiten oder Surfen.
Für Leute die nur wenig mobil sind oder nur ein par Stunden pro Tag mit dem Rechner beschäftigt sind wird aber vermutlich auch ein günstigeres konkurrenz Modell vollauf ausreichen.

9 Kommentare zu Samsung N140 Netbook Testbericht

  • Vielen Dank für den Artikel! Das ist genau das was ich lesen wollte… ;)

  • Auch ich möchte mich für Deinen Testbericht bedanken. 2 Fragen hätte ich jedoch noch.

    1. Hast Du das N140 inzwischen mal mit Windows 7 getestet? Ich überlege noch ob ich das N140 mit Win XP (etwas preiswerter) oder besser gleich mit Windows 7 Starter ordern soll.

    2. Hast Du mal unter Linux einen UMTS-Stick getestet ? Ich verwende zur Zeit den Vodafone ZTE K3565-Z.

  • kehmax

    Win7 hab ich bisher nicht auf dem netbook installiert, vielleicht werde ich es mal testen sobald ich etwas mehr Zeit habe. Über Msdnaa komme ich ja gratis ran ;)

    Der Vodafone ZTE läuft unter linux, zumindest wenn man einigen Blogposts glauben schenkt:

    http://jynnclou.cloupage.de/2009/09/04/vodafone-stick-k3565-z-unter-ubuntu/

    Ansonsten hatte ich bisher noch keinen umts Stick am laufen, kann von daher nix genaueres sagen…

  • Hey super! Danke für den Testbericht. Genau das, wonach ich gesucht habe. WIll mir das N140 auch für die Uni zulegen. Und nach Deinem Bericht (out-of-the-box) werde ich das wohl auch tun.

    Wie ist das eigentlich mit der Erkennung von Fn-Tasten? Laufen da die meisten (Bildschirm, Lautstärke, Bereitschaft, externer Monitor, …)?

    Win fliegt dann direkt runter.

  • Hallo kehmax,
    vielen Dank für den Link. Scheint also zu funktionieren.

    Gruß Michael

  • wzut

    benutze das N140 mit Win7 Professional und bin zimelich zufrieden. die akku laufzeit ist ein klein wenig kürzer als unter xp habe ich das gefühl aber 6 stunden hält es eigentlich mindestens unter normaler auslastung (surfen, pdf, seltene festplattenzugriffe…)
    Stark enttäuscht bin ich nur von der Ubuntu unterstützung.
    Mit dem Kinderdesign von Netbook Remix konnte ich erstmal gar nichts angefangen aber auch unter 9.10 gibt es einige Probleme z.b. Keine fn-Tasten Unterstützung und das Touchpad wird nicht mit all seinen Fähigkeiten unterstützt, nichtmal 2-Finger Scrollen habe ich bis jetzt zum laufen gebracht…

  • Marcus

    Achtung !
    Auf alle Fälle kein Gerät mit Windows 7 Starter kaufen

    Die ganze Version ist absolut Mist nur von Einschränkungen umgeben
    Ihr könnt noch nicht einmal den desktop Hintergrund verändern.

  • Ja, dass zwei-Finger-scrollen nicht geht, nervt echt und auch die Bildschirmhelligkeit läuft nicht vernünftig. Hat da jemand schon positives zu berichten?

    Das Design der Oberfläche finde ich ok; vor allem, da ich statt dem Menü eh nur GNOME-do verwende.

  • stermag

    Also mit dem scrollen hatte ich unter Ubuntu keine Probleme, ich nutze dazu immer die Pfeiltasten das ist präziser als das touchpad. Mit dem Touchpads ist unter linux manchmal leider so eine Sache, je nach Distribution eben.

    Zum Arbeiten ist da windows eh besser geignet, allein von der Benutzerfruenldichkeit her.

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