Der Bund Deutscher Kriminalbeamter will die zunehmende Kriminialität im Internet mit einem Notrufknopf bekämpfen der in gängige Browser integriert werden soll. Wenn der User dann auf eine vermeintlich illegale Seite stößt soll diese mit einem Klick gemeldet werden können.
Klaus Jansen der Vorsitzende des Bund Deutscher Kriminalbeamter bergündet die Idee mit folgender Aussage:
„Der überwiegende Teil der Polizisten hat vom Internet keine oder viel zu wenig Ahnung.“ Deshalb sei es nötig, der Polizei zu helfen, Straftaten im Web besser entdecken und verfolgen zu können.”
Im Grunde ist es ja eine gute Sache auch im Internet mit der Polizei in Kontakt treten zu können um zum Beispiel schwerkriminelle Inhalte zu melden. Wer das tun will kann ja von den extra dafür eingerichteten Online-Wachen gebrauch machen die es schon seit geraumer Zeit gibt. Jedoch ist dieser Melde-Button meiner Ansicht nach doch sehr naiv und wird kaum den geplannten Zweck erfüllen können. Da man sich den Melde-Knopf als als zusätzliches Plugin für den Internet-Explorer oder Firefox installieren muss ist es sehr unwahrscheinlich das sich mehr als ein par hundert Leute überhaupt solch einen Meldeknopf zulegen.
Die Leute die das Internet schon lange nutzen und sich auskennen werden wohl eher Datenschutzbedenken haben und sich keine staatliche denunziations Software in den Browser laden, die Internetausdrucker die solch eine Idee vieleicht noch gut finden werden aber wohl kaum in der Lage sein sich solch ein Plugin selbst zu installieren bzw werden ohnehin nie eine Strafbare seite zur Anzeige bringen da sie kaum weiter als zur nächsten newsseite und ihrem Mail Account surfen.
Aber es steht nicht nur zu befürchten das damit die ursprünglichen Ziele nicht erreicht werden sondern es gibt auch einige Handfeste rechtliche Probleme. So ist es für Webseiten Betreiber nicht ersichtlich welche Informationen über eine Seite bei den den Behörden gespeichert werden selbst wenn die Seite von den Beamten nach einer Anzeige für legal befunden werden. Diese Befürchtung wird unter anderem von dem Berliner Datenschützer Alexander Dix geteilt: “”Wie und wo können Webseitenbetreiber ihre Daten einsehen und gegebenenfalls Einspruch einlegen?”
Desweiteren steht zu befürchten das sich solch eine Meldefunktion auch mißbräuchlich verwenden lässt um andere Personen zu verleumden, denn bei dem Plugin wird wärend des Meldevorgangs ein Screenshot der Seite erstellt und an die Polizei übermittelt. Nun dürfte es für erfahrene Cracker wohl kein Problem sein diesen Screenshot etwas zu manipulieren um illegale Inhalte auf einer Seite vorzutäuschen. Die Folge könnte dann sein das Ermittlungen gegen unschuldige Personen aufgenommen werden.
Ein anderes Problem könnte auch duch Leute entstehen die mit Hilfe eines anoymen proxys massenweise beliebige Seiten melden um die Polizei zum narren zu halten oder das Projekt gezielt zu torpedieren und durch unsinnige Anfragen lahmzulegen.
Alles in allem ist das Konzept also kaum durchdacht und beweist das die Deutschen Behörden im Internet immer noch ein kompetenz Defizit besitzen. Wenn Klaus Jansen sogar schon öffentlich zugibt das sie kein Ahnung vom Internet haben dann sollten sie doch mal auf die Idee kommen sich von Leuten beraten zu lassen die wirkliches Fachwissen besitzen anstatt sich solch einen Unsinn auszudenken. Wenn die Behörden sich z.B. mal vom CCC beraten lassen würden dann würde sicherlich kein solcher Schwachsinn wie nutzlose Zensur oder Meldebuttons dabei rauskommen sondern sinvolle Konzepte mit denen sich Kipo und andere schwere Verbrechen wirkungsvoll verfolgen lassen. Vieleicht wäre man dann sogar in der Lage die Betreiber solcher Angebote zu ermitteln und vor Gericht zu stellen.


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