Die Zapatistische Bewegung (Zusammenfassung)

Post Development: Die Zapatistische Bewegung

Die “Ejército Zapatista de Liberación Nacional (kurz EZLN) deutsch: „Zapatistische Armee der Nationalen Befreiung“ die ab 1994 durch einen bewaffneten Aufstand für internationales Aufsehen sorgte und den Blick der Weltöffentlichkeit auf die Situation der indigenen Bevölkerung im Mexikanischen Bundesstaat Chiapas aufmerksam machte.

Am 1 Januar 1994 dem Tag des Inkrafttretens des NAFTA, North American Free Trade Agreement, Freihandelsabkommens mit den USA besetzten die EZLN Rebellen zeitgleich 5 Bezirkshauptstädte im Osten des Bundesstaates Chiapas und veröffentlichten eine Kriegserklärung an die Mexikanische Regierung sowie den Willen notfalls bis nach Mexiko-Stadt zu Marschieren. Allerdings wurde das Ziel, eine landesweite Revolution auszulösen, nicht erreicht und die Zapatisten mussten sich nach einigen Tagen des Kampfes aus den besetzen Städten zurückziehen, um dem übermächtigen Gegenschlag der mexikanischen Armee zu entgehen. Nach 12 Tagen des Kampfes wurde ein Waffenstillstand ausgehandelt, der mehr oder weniger bis heute anhält. Es jedoch zu Zwischenfällen wie dem Massaker von Acteal, bei dem über 45 Dorfbewohner von Paramilitärs ermordet wurden.

Dass der Aufstand am Tage des Inkrafttretens von NAFTA gestartet wurde, ist mit Sicherheit kein Zufall. Da sich die EZLN hauptsächlich aus verarmten Kleinbauern rekrutierte, die auf die Subsistenzwirtschaft bzw. dem Verkauf von dem angewiesen waren, was sie in ihren Kleinbetrieben erwirtschaften konnten.

Genau diese Existenzgrundlage wurde jedoch durch das Freihandelsabkommen mit den USA massiv gefährdet, da die mexikanischen Kleinbauern dem direkten Konkurrenzkampf mit den großen US-Agrarkonzernen ausgesetzt wurden, die aufgrund des Einsatzes schwerer Maschinen auf großen Flächen viel günstiger produzieren konnten. Hinzu kommt das die USA den Export von Agrarerzeugnissen stark subventionierten und zudem die Produktivität durch den Einsatz von Gentechnik stark gesteigert werden konnte.

Die Ziele der Zapatisten:

Das Hauptanliegen der EZLN ist die es, die politischen und wirtschaftlichen Interessen der indigenen Bevölkerung in Chiapas zu vertreten, von einer Landesweiten Revolution ist nicht mehr die Rede. Statt dessen ist es das erklärte Ziel, mit friedlichen Mitteln eine landesweite außerparlamentarische Bewegung aufzubauen, die für eine solidarische Gesellschaft kämpft. In den von den Rebellen besetzten Gebieten wurden weitgehend autonome und basisdemokratische Strukturen aufgebaut, die auch ein regierungsunabhängiges Gesundheits- und Bildungssystem beinhalten. Für den Ansatz des Post Development ist die EZLN interessant, da sie die Lösung des Armutsproblems nicht in der Modernisierung, also staatlichen oder internationalen Entwicklungsprogrammen oder der Industrialisierung mit Hilfe ausländischem Kapitals sieht, sondern viel mehr im Aufbau lokaler selbst verwalteter Strukturen, die die grundlegenden Bedürfnisse der vorwiegend indigenen Bevölkerung decken sollen.

Intergalaktisches Treffen gegen Neoliberalismus und für Menschlichkeit

Die Zapatisten unterscheiden sich von anderen lateinamerikanischen Guerillias vor allem durch ihre weitgehende Internationale Vernetzung. Im Jahre 1996 veranstaltete die EZLN das „Intergalaktische Treffen gegen den Neoliberalismus“ zu dem über 3000 Sympathisanten und Pressevertreter aus 54 Ländern anreisten.

Die Veranstaltung diente dazu die zapatsitische Kritik am Neoliberalismus der weltweiten Öffentlichkeit vorzustellen und Kontakte mit anderen Globalisierungskritischen Organisationen und Rebellen zu knüpfen. Der Neoliberalismus wurde als “Neuer weltweiter Krieg gegen die Menschheit“ gar als “Weltkrieg“ bezeichnet ,der durch rohe Gewalt, die vom Staat und kriminellen Organisationen ausgeht, durchgesetzt wird. Im Neoliberalismus würden die Menschen lediglich wie eine Währung auf den Finanzmärkten gehandelt werden. Scharf kritisiert wurde auch die wirtschaftliche Öffnung der Grenzen und die Spekulation an den Börsen, da so Geld auf Kosten anderer verdient werde, ohne das die Spekulanten irgendeine produktive Arbeit verrichten würden. Zudem wird das kapitalistische Hierarchiesystem kritisiert, das die Menschen zu Sklaven und zugleich zu Herren anderer Sklaven mache.

Theoretischen Modellen zur Erreichung besserer Lebensbedingungen wird mit Ablehnung begegnet da diese zu weit von der Realität entfernt seien und somit nicht zur Problemlösung beitragen.

Quellen:

http://www.mexiko-lexikon.de/mexiko/index.php?title=EZLN

http://www.chiapas.at/

http://en.wikipedia.org/wiki/Zapatista_Army_of_National_Liberation

Kerkeling, Luz. Der Aufstand der Würde, DVD 2007

Creative Commons Attribution.


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